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In Schnann gibt es auch noch eine alte Schellenschmiede. 

Walter Scherl ist der bislang letzte Schellenschmiedemeister in Österreich, der dieses Handwerk noch ausführt. Die Schellenschmiede in Schnann ist seit 300 Jahren im Besitze der Familie Scherl. Die Schmiede besteht eigentlich noch länger, die Familie Scherl hat die Schmiede und das dazugehörige Anwesen damals gekauft. Ursprünglich haben die Vorfahren von Walter Scherl das Handwerk des Schmiedes ganz allgemein ausgeführt, nach dem 2. Weltkrieg hat man sich dann nur mehr auf die Produktion von Schellen spezialisiert.  

Der Onkel von Scherl Walter, Scherl Josef bei der Arbeit !

Seine Maschinen stammen noch von seinem Großvater und sind über 100 Jahre alt, erfüllen aber nach wie vor Ihren Zweck.

Die Arbeitsschritte des Schellenschmiedes:

Begonnen wird mit einer Stahlblechtafel. Das Blech wird zugeschnitten und geformt, erhitzt und gebogen. Dann wird die Schelle zusammengenietet und geschweißt. Aussen wird der Bügel als Halter für das Lederband angebracht und innen der Bügel für den Klöppel, der die Schelle anschlägt. Bei ca. 1000 Grad bekommt die Schelle dann einen Messingüberzug. Die Schelle wird dann noch poliert und der Klöppel wird eingesetzt. Zum Unterschied von einer Glocke, die aus Bronze gegossen wird, wird die Schelle geschmiedet. 

Die Schellen können auch „gestimmt“ werden, verschieden Größen ergeben klarerweise auch verschiedene Töne. So werden die ganz großen Schellen eigentlich nur einmal im Jahr für den Almabtrieb verwendet, die kleinen Schellen bimmeln aber auch heute noch um so manchen Kuhhals auf den Almen. Unser Schellenschmied produziert aber auch die runden Schellen, die bei so manchen Krampus oder einer Perchte bei den Fasnachtsbräuchen und den traditionellen Umzügen Verwendung finden. Wer das alte Handwerk näher kennen lernen möchte und auch mal hören will, wie laut und unterschiedlich Schellen klingen können, kann sich an Walter Scherl direkt wenden – er erzählt Ihnen dann mehr über sein altes Handwerk.